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Harald Lechner

 

Mitglied der Volksbühne Oberperfuss seit: 2008

Bühnenbild / Vorstand 2009 - 

 

 

Wir freuen uns über das Interview mit Harald Lechner, der wieder für das Bühnenbild der Volksbühne Oberperfuss verantwortlich zeichnete. 2016 war die Uraufführung von “Peter Anich“, geschrieben von Johanna Obojes-Rubatscher, ein Theaterstück über den Tiroler Geodäten und Kartografen. Seine Werke, besonders der 1774 veröffentlichte Atlas Tyrolensis, zählt zu den genauesten Landkarten ihrer Zeit. Peter Anich, der wegen seiner bäuerlichen Herkunft häufig als “Bauernkartograf“ bezeichnet wird, wurde darüber hinaus auch als Astronom sowie Konstrukteur von Sonnenuhren und Globen bekannt.

 

Ist “Peter Anich“ ein Stück, das dich persönlich anspricht?
Harald: Natürlich! Geschichte interessiert mich ja generell! Über Peter Anich wusste ich bislang allerdings nur sehr wenig bis gar nichts, daher war es für mich auch ein Bedürfnis, mehr über ihn zu erfahren.
Womit beginnst du, wenn du ein neues Bühnenbild entwirfst?
Harald: Ich lese zuerst natürlich das Skriptum und unterhalte mich mit dem jeweiligen Regisseur, um das Gespielte zeitlich und örtlich einordnen zu können. Anschließend lese ich das Stück nochmals und notiere mir die wichtigsten Eckdaten. Dabei schießen mir in der Regel schon die ersten Ideen durch den Kopf ... Um mich aber wirklich optimal mit dem Stück auseinander zu setzen, komme ich nicht darum herum, viel nachzulesen und im Internet zu recherchieren, um einen Einblick in die jeweiligen verschiedenen zeitl. Epochen, Bautechniken, Wohnstile und Gepflogenheiten zu bekommen.
Wie lange dauert es, bis ein Bühnenbild fertig ist?
Harald: Etwa ein halbes Jahr vor den Aufführungen beginne ich, Skizzen zu machen, die sich allerdings immer wieder noch verändern können, bis ich zufrieden bin. Dann entwerfe ich ein maßstabgetreues Modell, um die Wirkung von Raum, Farben und Texturen zu testen. Dieses Modell präsentiere ich dann in einer Ausschusssitzung den Kollegen im Vorstand und dem Regisseur. Ca. zwei Monate vor der ersten Aufführung beginnt der eigentliche Bühnenbau, der sich allerdings oft noch über Wochen zieht. Um das Bühnenbild ins rechte Licht zu setzen, gibt’s dann noch eine Lichtprobe mit der Technik.
Was muss ein gutes Bühnenbild haben?
Harald: Ich finde, ein gutes Bühnenbild sollte den Schauspielern eine ordentliche Plattform zum Spielen bieten, das Theaterstück in einen Rahmen setzen und den Zuschauer für ein zwei Stunden in eine andere Welt entführen. Im Optimalfall geht der Vorhang auf und der Zuschauer ist sofort gefesselt von der neuen Welt auf der Bühne und vergisst seinen Alltag vor der Tür.
Woher kommen die Ideen für deine Bühnenbilder?
Harald: Eigentlich von überallher! Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und habe ein Ideenbüchlein, wo ich meine Inspirationen notiere. Ein Museumsbesuch kann dabei genauso anregend sein, wie ein Spaziergang durch den Wald oder sogar ein Buchumschlag...
Wie würdest du das Bühnenbild von “Peter Anich“ beschreiben und was waren deine Ideen?
Harald: Ich habe ganz bewusst darauf verzichtet, klassische Räume auf die Bühne zu bringen. Es war mir sehr wichtig, dem Stück Aktualität durch modernere Aspekte zu verleihen. Daher gibt es keine Bauernstube, sondern eine Bergkette mit verschneiten Gipfeln über einem neun Meter langen orangefarbigen/rostigen Käfig, der die Gefangenheit der Figuren in ihrer einfachen und ärmlichen Lebenslage zu dieser Zeit unterstreicht. Diese Enge ist aber nicht starr und unverrückbar sondern verändert sich im Laufe des Stückes. Bereits in den Szenen wo Peter Anich in Innsbruck seine Lehre beginnt und nach Wissen strebt bricht der Käfig auf. Im letzten Akt mit erscheinen des bekanntesten Werk dem Atlas Tyrolensis ist der Käfig gesamt geöffnet. Ein Bühnenbild darf auch hin und wieder anders, schwieriger und komplexer sein. Zuschauer dürfen gefordert werden. Solange es nicht auf Kosten des Stückes geht.
Wie fühlt man sich, wenn ein Stück, bei dem du das Bühnenbild entworfen hast, das erste Mal aufgeführt  wird?
Harald: Ich bin dabei genauso aufgeregt, wie die Schauspieler. Lampenfieber habe ich natürlich auch, weil die erste Reaktion der Zuschauer auf das Bühnenbild für mich sehr spannend ist. Ob alles was man sich so ausgedacht hat auch auf der Bühne mit den Schauspielern funktioniert. Da wir ja weder einen Schnürboden noch Drehbühne haben sind gerade Szenen mit Umbauarbeiten jedes Mal eine Herausforderung.
Deine Werke haben ein Ablaufdatum, landen im Fundus oder werden zerstört. Schlimm?
Harald: Überhaupt nicht! Ich freue mich beim Abriss jedes Mal schon wieder auf das nächste Stück und die damit verbundene neue Herausforderung!
Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen, hast du Träume, die du noch gerne verwirklichen würdest oder wofür würdest du gerne einmal ein Bühnenbild kreieren?
Harald: Das wunderbare an unserer Bühne ist das wir jedes Jahr ein anderes Theatergenre haben, das heißt vom Krimi über Märchen, Historienspiel oder Boulevard bis hin zum ländlichen Lustspiel, da kann ich mich kreativ natürlich ausleben und meinen Ideen freien Lauf lassen. Ich glaube für jeden Kreativen wäre es natürlich schon mal eine Herausforderung, bei einem Großprojekt mitzuwirken, wie zum Beispiel einem Bühnenbild im Kellertheater oder im Tiroler Landestheater... man kann ja mal träumen.

Danke für das Interview

Das Interview führte Obfrau Sabine Heis - Volksbühne Oberperfuss.

  

Über Harald Lechner

Ausbildung:

Abgeschlossene Lehre als Einzelhandelskaufmann
Abgeschlossene Ausbildung zum Dekorateur und Schaufenstergestalter

Unternehmerprüfung Wifi Innsbruck 2006
 
Weiterbildung:

2003 UMDASCH SHOP ACADEMY Wien "Feng Shui in der Ladengestaltung" Margrit Lipczinsky, Helmut Boerner
2003 UMDASCH SHOP ACADEMY Amstetten "Schaufenstergestaltung und Instore Dekoration" Max A. Depaoli
2005 akademiehandel München "Sommerakademie" 25. bis 30 Juli Hannes Rain, Cornelia Gottwald ...
2006 UMDASCH SHOP ACADEMY Wien "Laden Dramaturgie für Praktiker" Dr. Christian Mikunda
2007 retail/branding Salzburg "Der Genetische Code" Mag. Arndt Traindl
2009 UMDASCH SHOP ACADEMY Alpbach "Die Kunst der Inszenierung II" 15. bis 17. Oktober Dr. David Bosshart, Sarah Wiener ...
2011 UMDASCH SHOP ACADEMY Innsbruck "Kaufgefühle" Dr. Christian Mikunda
2011 UMDASCH SHOP ACADEMY Amstetten "Neuromarketing für Handels Praktiker" Dr. Hans Georg Häusel
2011 UMDASCH SHOP ACADEMY Amstetten "Mit strategischem Visual Mercandising zum Erfolg" Claudia Engel-Hutner
2012 UMDASCH SHOP ACADEMY Alpbach "Die Kunst der Inszenierung III" David Chiperfield, Max Hollein, Thomas Lipke ...
2013 UMDASCH SHOP ACADEMY Zürich "Mit Visual Marketing ins Reich der Sinne", Marco Dionisio - Tile Neyang
2015 Theater-Verband Tirol "Bühnenbild-Seminar" 05.-07. Juni unter der Leitung von Helfried Lauckner vom Tiroler Landestheater
2017 Theater-Verband Tirol "Beleuchtungsseminar" mit Jan Gasperi 11. und 12.März 2017

 

Für folgende Produktionen hat Harald Lechner die Bühnenbilder kreiert:

 

Liebe Alles nur Chemie... ! 2008Liebe Alles nur Chemie... ! 2008Liebe Alles nur Chemie... ! 2008Bühnenbild Liebe Alles nur Chemie... ! 2008Es geschah in JerusalemModell Es geschah in Jerusalem 2009Modell Es geschah in Jerusalem 2009Bühnenbild Es geschah in Jerusalem 2009Boeing-Boeing 2009Modell Boeing-Boeing 2009Boeing BoeingBühnenbild Boeing-Boeing 2009Die Falle 2010Modell Die FalleBühnenbild Die Falle 2010Die Lügenglocke 2011Modell Die Lügenglocke 2011Modell Die Lügenglocke 2011Bühnenbild Die Lügenglocke 2011Schneeweißchen und Rosenrot 2012Modell Schneeweißchen und Rosenrot 2012Bühnenbild Schneeweißchen und Rosenrot 2012Bühnenbild Schneeweißchen und Rosenrot 2012Love Jogging 2013Love JoggingModell Love Jogging 2013Bühnenbild Love Jogging 2013Oscar 2014OscarOscarBühnenbild Oscar 2014Der Gartenzwerg Mord 2015Modell Gartenzwerg MordModell Gartenzwerg MordBühnenbild Der Gartenzwerg Mord 2015Peter Anich 2016Peter Anich 2016Peter Anich 2016Bühnenbild Peter Anich 2016Lechner Harald