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Geschichte

Die Geschichte der Volksbühne Oberperfuss

Am 18. Juni 1982 wurde von einigen Enthusiasten die Volksbühne Oberperfuss gegründet. Ziel war es, und ist es wohl noch heute, volksnahes Theater zu spielen. Bereits nach der Premiere, es handelte sich dabei um das Lustspiel „Liebe und Blechschaden“, war klar, dass die Gruppe um Gottfried Heis mit diesem Verein eine kulturelle Lücke schloss. Der Erfolg des Einstandsstückes beflügelte die „Theatermacher“, und so wagte man sich allmählich an anspruchsvollere Stücke, ohne jedoch den Boden des Volksschauspieles zu verlassen. 1983 folgte „Das Heldentreffen“, ein Jahr später die drei Einakter „Sieg der Gerechtigkeit“, „Die letzte Hoffnung“ und „Oh diese Gauner“. 1986 entschied man sich für das Lustspiel „Die Prozesshansel“, und 1987 kam der Lachschlager „Opa will heiraten“ zur Aufführung.

1989 wagte die bereits bestens etablierte Theatergruppe ein mutiges Experiment. Erstmals verabschiedete man sich vom gewohnten Volksschauspiel und entschied sich für einen Krimiklassiker. Mit dem Agatha-Christie-Stück „Mord in der Novembernacht“ gelang nicht nur der Sprung in das anspruchsvolle Schauspiel, sondern es wurde dadurch auch klar, dass in Oberperfuss derartiges Theater von der Bevölkerung gut angenommen wird. Um jedoch ein ausgewogenes Programm bieten zu können, entschieden sich die Laienmimen im Jahr 1990 wieder für ein Lustspiel -„Der siebte Bua“.

Selbstsicher wagte man sich 1991 an zwei Einakter von Franz Kranebitter aus dem Zyklus „Die sieben Todsünden“. Mit „Der Joch“ und „Der Gafleiner“ wurden eindrucksvoll die spielerischen Qualitäten der bereits routinierten Truppe unter Beweis gestellt. Dementsprechend groß war auch der Zuspruch der Publikums und der Medien. 1992 wurde neben den beiden im Vorjahr gespielten Einakter noch „Der Seastaller“ aufgeführt.

Allmählich wurde klar, dass neben dem unterhaltsamen Volkstheater anspruchsvolle Stücke einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Und so entschied man sich nach der „Lügenglocke“ (1993 aufgeführt) 1995 für das bis dahin wohl anspruchsvollste Stück. Mit Felix Mitterers „Kein Platz für Idioten“ gelang es der Volksbühne Oberperfuss, sich als Theatergruppe über die Dorfgrenzen hinaus einen Namen zu verschaffen. Besonders erwähnenswert waren bei dieser Aufführung die Leistungen der beiden Hauptdarsteller Martin Fischer und Karl Grünfelder, die professionelles Spiel zeigten, sowie die hervorragende Spielleitung von Gottfried Heis.

Bis 1990 spielte die Volksbühne Oberperfuss im Saal des Hotels Krone, wobei es immer wieder Terminprobleme gab, da nur in fremdenverkehrsschwachen Zeiten gespielt werden konnte. Seit 1992 besitzt der Verein im Peter Anich-Haus ein kleines Vereinslokal, dessen Einrichtung vorwiegend vom Verein selbst finanziert wurde. Seit dieser Zeit finden die Aufführungen in diesem Haus statt.

Im Herbst 1995 stand das Lustspiel „Der Ehestreik“ von Julius Pohl auf dem Programm. Eine Bühnenbeleuchtung für das Peter Anich-Haus plante die Volksbühne Oberperfuss 1995, für die der Verein wiederum zum Großteil selbst aufkam.

Mit der Inszenierung von „Frau Holle“ betrat die Volksbühne Oberperfuss 1996 wieder einmal Neuland und konnte einen in diesem Ausmaß nicht erwarteten Erfolg einfahren. Erstmals unter der Regie von Johanna Rubatscher. Über tausend Besucher zwischen 3 und 80 Jahren drängten zu den geplanten sieben Aufführungen, sodass schließlich noch eine weitere Vorstellung angesetzt wurde, die dann ebenfalls ausverkauft war.

1998 sollte es wieder eine Komödie werden. Mit dem Stück „Die orientalische Erbschaft“ konnte die Volksbühne Oberperfuss einen neuen Besucherrekord verzeichnen. Diese Komödie lag schon mehrere Jahre fertig bearbeitet in der Schublade unseres Spielleiters Gottfried Heis, der mit der Aufführung so lange zuwartete, bis die VBO „reif“ dafür war. Mit diesem Stück ist die VBO tatsächlich an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gegangen. Beinahe der gesamte Verein war auf den Beinen, mehr als 30 Proben waren notwendig, um das auf engem Raum schwierig zu spielende Stück einzustudieren und zu niveauvollen Aufführungen zu bringen. Alle Spieler waren mit voller Begeisterung bei der Sache.

Unter der Spielleitung und Bearbeitet von Johanna Rubatscher wurde 1999 der Märchen-Klassiker „Das Rumpelstilzchen“ aufgeführt. Ein Stück für Aug, Ohr und Herz mit zahlreichen kreativen Elementen wie dem Mäusetanz, Schattenspielen, Lichteffekten, Rauch und Musik.

2000 präsentierten wir „Die Bekehrung des Raubhauser Gustl“ und sorgten so für Lachsalven beim Publikum.

Mit Spielwitz, Gags und einer gesunden Portion an Ironie, was die Beziehungskisten angeht, stellte die Volksbühne Oberperfuss 2001 mit der Inszenierung des Boulevard-Stückes „Love Jogging“ ihr Können unter Beweis. Erfrischend anders haben unsere Theaterler bewiesen, dass sie auch Talent und Gespür für die Umsetzung zeitgemäßer Inhalte besitzen und bereit sind, Neues auszuprobieren – auch auf die Gefahr hin, dass das Peter Anich-Haus dann nicht immer ausverkauft sein könnte.

2002 „Die geputzten Schuhe“ – Die Volksbühne Oberperfuss hat es geschafft, ein sozialkritisches Volksstück auf die Bühne zu bringen, das durch seine Schlichtheit und Wärme berührt und vielleicht deshalb so manchen Verlierer unserer Gesellschaft in einem anderen Licht erscheinen lässt.

2003 „Die Witwerpension“ – Geschrieben und inszeniert von Johanna Rubatscher, möchte dieses Stück nicht zuletzt die Erinnerung an eine Zeit wachrufen, wo Sommerfrische am Land für die Städter als Urlaub noch genügte!

2004 „Jakob Huter“ – Das Stück stellt die letzten Tage des Lebens von Jakob Hutter dar und wurde von Gottfried Heis speziell für die Volksbühne Oberperfuss geschrieben. Er  wagte sich, also noch bevor Felix Mitterer sich dieses Stoffes bemächtigte, an die Geschichte der Tiroler Wiedertäufer heran. Mit " Jakob Huter - ein vergessener Tiroler" wurde ein Vierakter auf die Bühne gestellt, der dem Publikum  das tragische Ende dieses aufrechten Tirolers vor Augen führte. Die letzten Worte, gesprochen von der Gräfin Alma von Kinsky, charakterisierten diesen Wiedertäufer in treffender Weise: "Er war ein leidenschaftlicher Apostel seines Glaubens, ein Märtyrer seiner Überzeugung, der mit einem übervollen Herzen seine Botschaft wie ein lodernder Vulkan versprüht hat."

2005 „König Drosselbart“ – Dieses relativ unbekannte Drei-Personen-Märchen formte Johanna Rubatscher subtil zu einem bezaubernden Fünfzehn-Personen-Stück, wobei die Erzählung der Brüder Grimm nur als Korsettstange des Handlungsablaufes eingeschoben wird. Der größere Teil des Stückes wird von ihr mit eigenen Ideen, fantasievollen Beigaben – z.B. den drei Raben oder den vier Köchinnen – und bezaubernden Szenen gespickt.

„Immer wieder samstags…“ wurde im November 2006 auch freitags und sonntags gespielt. Bei insgesamt 7 Aufführungen durfte die VBO knapp 1.000 ZuseherInnen begrüßen.

Zum 25-jährigen Jubiläum 2007 machte die Volksbühne Oberperfuss sich und ihrem treuen Publikum ein ganz besonderes Geschenk. Sie wagte sich an die bekannte Kriminalkomödie von Joseph Kesselring  „Arsen und Spitzenhäubchen“ und gewann auf allen Linien. Das stimmige Bühenbild und die passenden Kostüme rundeten den positiven Gesamteindruck ab. Die Vorstellungen waren ausgezeichnet besucht und das Publikum bedankte sich mit viel Applaus.

2008 drehte sich alles, wie so oft im Leben, um die Liebe. Doch der Beginn ist alles andere als romantisch. Die drei Frauen haben genug von den Männern. Sie gründen eine Frauen-WG und wollen für immer dem anderen Geschlecht entsagen. Die Komödie stammte aus der Feder von Elfriede Wipplinger und wurde von Johanna Rubatscher bearbeitet. Mit „Liebe, alles nur Chemie…“ ist der Volksbühne Oberperfuss – erstmals unter der Regie von Thomas Kuen – wieder eine ausgesprochen gute Gesamtproduktion gelungen.

Ein weiteres abendfüllendes Stück, das Gottfried Heis i. J. 2009 für die VBO geschrieben hat, trug den Titel „Es geschah in Jerusalem". Hierbei handelte es sich um eine Art Passionsspiel, in dem das Publikum das Geschehen der Karwoche aus der Sicht des römischen Militärbefehlshabers von Jerusalem vor Augen geführt wurde. Bekannte biblische Gestalten wie Maria aus Magdala, Saulus (Paulus), Judas und der Hauptmann von Kapfarnaum, waren Träger der Handlung. Die zentrale Figur des Stückes, Jesus aus Nazareth, trat nicht auf, schwebte aber in jeder Szene unsichtbar auf der Bühne. Der Autor zeigte mit seiner Bearbeitung  auf, dass auch kleine Bühnen mit beschränktem Raum- und Personalangebot diesen biblischen Stoff durchaus überzeugend auf die Bühne bringen können.

2009 stand das Stück „Boing Boing“ von Marc Camoletti am Programm der Volksbühne Oberperfuss. Obwohl das Stück beinahe zweieinhalb Stunden dauert, waren die Zuseher von der ersten Minute an gefesselt und die Spannung riss bis zuletzt nicht ab. Besonders hervorzuheben sind da die Schauspieler Thomas Kuen und Markus Weber, die mit humorvollem und authentischem Spiel und großer Textsicherheit beeindruckten. Aber auch Johanna Rubatscher und die 3 Stewardessen überzeugten auf ganzer Linie. Der Volksbühne Oberperfuss unter der Spielleitung von Johanna Rubatscher ist mit diesem Stück ein großer Wurf gelungen.

Wir sind seit geraumer Zeit einem Motto treu: Abwechslung. So war es wenig überraschend, dass 2010 ein anderes Genre am Programm stand: „Die Falle“ von Robert Thomas. Regisseur Thomas Kuen hat viel Mut bewiesen. An die 30 Proben waren zum Perfektionieren dieses Stückes notwendig, das ist wesentlich mehr als bei anderen Stücken. Aber das Ergebnis der harten Arbeit konnte sich sehen lassen. Äußerst kurzweiliger und bis zur letzten Sekunde spannender Krimi.

Die Neuauflage der „Lügenglocke“ 2011 in einer Bearbeitung von Gottfried Heis. Er transportierte das Stück nicht nur in die Gegenwart, sondern spickte es zudem mit raffinierten Anspielungen an das tagespolitische Geschehen in Oberperfuss. So wurden nicht nur die Lachmuskeln gefordert, sondern auch der Denkmuskel. Bewusst spielten viele Akteure mit, die auch in der ersten „Lügenglocke“ (1993) vor 18 Jahren schon dabei waren. Der Theaterabend war ein voller Erfolg, den das Publikum mit entsprechendem Applaus belohnte.

2012 spielte die Volksbühne Oberperfuss das Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ von den Gebrüdern Grimm. Das Märchen wurde unter der Regie von Johanna Rubatscher bühnen- und kindertauglich einstudiert. Kinder und Erwachsene waren von der gewohnt hohen schauspielerischen Leistung total begeistert. Nach der Vorstellung konnten die Kinder mit den Schauspielern Fotos machen.

Die Volksbühne Oberperfuss präsentierte 2013 an insgesamt acht Spieltagen die Boulevardkommödie "Love Jogging" im Peter Anich Haus. "Die Besucher waren begeistert", resümierte Simone Haider, Obfrau den Premierenabend. Beeindruckend waren dabei nicht nur die spielerischen Leistungen: "Auch Bühnenbild und das komplette Drumherum kamen gut an". Schon traditionell der Ausklang des Abends bei einem ausgedehnten "Theaterhoangerscht", bei dem gemeinsam mit dem Publikum getrunken und gespeist wurde. Stück bietet köstliche Unterhaltung Welche Auswirkungen ein missglücktes Mittwochsarrangement inklusive abenteuerlichen Erklärungsversuchen, Irrungen und Verwirrungen haben kann. "Love Jogging" war ein voller Erfolg.

2014 spielten wir "OSCAR" eine Komödie von Claude Magnier in einer Bearbeitung von Thomas Kuen. Die Komödie, mit der Louis de Funes berühmt wurde. Sehenswert auch ohne Funes, davon war nicht nur wir sondern auch die Radio Tirol Theaterkritiker überzeugt. „Unbedingt weiterempfehlen“, so das Resümee der Theaterkritiker. „Oscar“ sei „sehr gut geschrieben“, „witzig und spritzig von Anfang bis zum Ende“. Statt eines hektisch fuchtelnden Cholerikers, wie es Louis de Funes war, ist "unser" Seifenfabrikant Barnier eher ein Brummbär (Pierre Barnier: Peter Paul Schmid), der sich den Erpressungen seines Angestellten Leroi (Thomas Kuen) trickreich zu entziehen versucht: Ein Duo, das sich auch schauspielerisch nichts schuldig bleibt, unterstützt von einem gut besetzten Ensemble.

2015 spielten wir die Komödie "Der Gartenzwerg-Mord". Rückblickend kann die Volksbühne Oberperfuss wohl durchaus davon sprechen, ihre Ziele erreicht zu haben. „Die Leute sollen sich in diesem Jahr einfach reinsetzen, nicht viel denken müssen und mit einem Lachen den Saal verlassen“, gab unser Spielleiter Thomas Kuen die Marschrichtung vor. Das Feedback des Publikums und die nachfolgenden Gespräche lassen auf exakt dies schließen. Generell muss unserem Spielleiter ein Extralob ausgesprochen werden. Dieser hat es, gemeinsam mit Obfrau Sabine Heis, geschafft, eine homogene und funktionierende Truppe zusammen zu stellen und in der Auswahl der Schauspieler eine feines Händchen bewiesen. Von einem Karl-Heinz, der selbst aus einem „Ciao“ eine Pointe macht bis hin zu einem Kurt, der mit einem einzigen „Uiiiii“ den Saal zum Kreischen brachte. Auch im Hintergrund lief wie immer alles reibungslos. Einmal mehr konnte unser Harald Lechner mit dem Bühnenbild zeigen, wie schön unser Peter-Anich-Haus von innen heraus strahlen kann. Von der Technik, über die Bewirtung, Maske und Souffleuse, Requisiten und dem Organisatorischem griff ein Zahnrad ins andere.

Anlässlich des 250. Todestages von Peter Anich spielte die Volksbühne Oberperfuss 2016 das Stück "PETER ANICH" geschrieben von Johanna Obojes-Rubatscher. Wir schreiben das Jahr 1766, wo Peter Anich (Thomas Kuen) im Sterbebett liegend von seiner Schwester Lucia (Simone Haider) betreut wird. In einer Rückblende wird in Einzelsequenzen das Leben des Bauernkartografen beleuchtet. Besonderes Augenmerk legte die Autorin und Regisseurin Johanna Obojes-Rubatscher auf die Spannungen zwischen Peter Anichs Leidenschaft - der Sternenbeobachtung – und das von harter Arbeit geprägte Leben der Bauern der damaligen Zeit. Es entstehen Konflikte mit seinem Vater Ingenuin (Werner Kuen) und seiner Mutter Gertrud (Sabine Heis), für die Anichs Leidenschaft ein unverständliches Mysterium gewesen sein muss. Besonders passend dazu das Bühnenbild von Harald Lechner. Ein 9 Meter langer und 2,3m hoher Käfig symbolisiert die gesellschaftliche Enge der damaligen Zeit. Über den Käfig hängt bedrohlich die Silhouette der Berge Tirols. Bei den Szenen mit Ignaz von Weinhart (Peter Paul Schmid) und Graf von Enzenberg (Dominik Heis) bricht der Käfig auf und öffnet sich zur Mitte hin. In gleicher Weise, wie es Peter Anich mit Hilfe seiner Förderer schaffte, gesellschaftliche Konventionen aufzubrechen. Die Szenen ergänzen sich und erzählen nicht nur die Lebensgeschichte, sondern erklären die gesellschaftlichen Strukturen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Peter Anich versucht nach seinen Möglichkeiten alles um die Enge des Bauernstandes zu verlassen. Trotz Unterstützung seiner Gönner gelang es ihm jedoch nicht gänzlich sich zu befreien. Zu sehr war er in den kirchlichen und gesellschaftlichen Strukturen gefangen. Überzeugend die schauspielerischen Leistungen. Thomas Kuen verkörpert den zunächst begeisterten und dann nach und nach kränklicher werdenden Anich ausdrucksstark und gefühlvoll. Nicht weniger emotional und mit enorm viel Dialoganteilen Simone Haider als seine Schwester Lucia. Besonders zu erwähnen die Debutanten, Floriana Haider, Clemens Triendl , Marcel Anich und Barbara Lorenz. In den weiteren Rollen waren Christian Heis als Maurergeselle, Barbara Lorenz als Nachbarin Theresia und Martin Fischer als Blasius Hueber zu sehen. Das Stück war 9 mal Ausverkauft - „Peter Anich“ ein Muster – Volksschauspiel, das als Auftrag mit Begeisterung von den Spielern und dem Publikum angenommen wurde.

2017 in Arbeit