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2018 Die Acht Frauen

Anlässlich des bevorstehenden Theater-Herbstes in Oberperfuss hatten wir die Gelegenheit, mit Thomas Kuen, der heuer die Regie übernimmt, ein Interview zu führen. Wir befinden uns in einer Damenumkleide zwischen Push-up-BH´s mit Spitzenrücken, Baumwollhipster und Shaping-Slips aus Microfaser.

Kurz zum Stück: Auf einem abgelegenen Landsitz kommt die Familie zusammen, um die Weihnachtsfeiertage gemütlich miteinander zu verbringen. Die feierliche Stimmung findet jedoch ein jähes Ende, als der einzige Mann im Haus tot – mit einem Messer im Rücken – aufgefunden wird. Alsbald müssen die letztlich noch anwesenden acht Frauen außerdem feststellen, dass sie von der Außenwelt vollkommen abgeschnitten sind. Es bleibt somit die starke Vermutung: Die Mörderin weilt noch immer unter ihnen! Und alle acht Damen scheinen zudem ein Motiv, aber keinerlei Alibi zu haben!? Die Folge ist ein aberwitziges Versteckspiel aus Beschuldigungen, Rechtfertigungen, Heimlichkeiten und Lügen.

DIE ACHT FRAUEN von Robert Thomas wurde 1961 in Paris uraufgeführt und war ebenso wie sein Vorgänger DIE FALLE ein großer Erfolg und wurde bald zu einem der meistgespielten Stücke in Europa. 2002 wurde die Kriminalkomödie von François Ozon als „8 Femmes“ mit einer französischen Starbesetzung sehr erfolgreich für das Kino adaptiert. 

Hallo Thomas, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst. Als Regisseur stehst du mit dem Ensemble ständig in engem Kontakt. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht immer einfach ist, die Ideen bzw. Einwürfe aller dabei zu berücksichtigen. Wie gehen Sie damit um? Mit Acht Frauen schwierig?

Thomas: (lacht) Oja, acht Frauen - Das ist schon eine ganz schöne Herausforderung! Aber ich glaube, dass ich diese „wilde“ Horde schon besänftigen kann: Mit dem nötigen Feingefühl und einer ordentlichen Portion Diplomatie.

Was macht dir an dieser Kriminalkomödie so viel Spaß?

Thomas: Die acht unterschiedlichen Charaktere, jede der Frauen auf ihre Art interessant, witzig und charmant, und alle haben ein bisschen Dreck am Stecken! Spannend auch das ständige Hin und Her in der Geschichte! Du glaubst schon bald zu wissen, wer die Mörderin ist, dann doch wieder nicht - nein, es muss die Andere gewesen sein, oder doch nicht? ... Und dann dieses unerwartete Ende!? Das macht diese Krimigeschichte für mich so außergewöhnlich!

Du hast ja bereits 2010 „Die Falle“ auch von Robert Thomas inszeniert. Gibt es denn Gemeinsamkeiten zwischen „Die Falle“ und „Die Acht Frauen“?

Thomas: Autor Robert Thomas hat offensichtlich ein Händchen dafür, immer was Neues zu schaffen. Die einzige Gemeinsamkeit, die ich erkenne, ist der rasante Handlungsablauf, gespickt mit vielen überraschenden Wendungen und einem unerwarteten Ende.

Wie gehst du an ein Stück, wie beispielsweise „Die Acht Frauen" von Robert Thomas, heran? Gibt es einen bestimmten Ablauf in deiner Vorgehensweise?

Thomas: Naja, ich sehe ein Theaterstück auf der Bühne, das mir gefällt. Dann überlege ich, ob auch WIR dieses Stück spielen könnten, gehe im Kopf die Liste unserer Schauspieler(innen) durch. Wer könnte welche Rolle übernehmen? Dann leihe Ich mir das Textskriptum beim Tiroler Landesverband oder dem jeweiligen Verlag aus und lese es mehrmals durch. Wenn ich immer noch überzeugt bin, kläre ich mit unserem Vorstand ab, ob das Stück für eine unserer Produktionen in Frage kommt oder eher nicht. Tja, und wenn ich dann das OK bekomme, heuere ich - wie in diesem Fall - die acht Schauspielerinnen an, versuche sie für die Sache zu begeistern, und wenn alle überzeugt sind, geht’s ans Lernen und Proben auf der Bühne, alles nimmt seinen Lauf ...

In der Kinoversion von 2002 wurde gesungen, bei deiner Version auch oder hältst du dich an die Bühnenfassung.

Thomas: (lacht) Nein, bei uns wir nicht gesungen, ich halte mich da schon genau an die Bühnenfassung. Obwohl wir natürlich einige gute Sängerinnen im Verein hätten!

Worauf können sich die Zuschauer freuen?

Thomas: Spannung von der ersten Minute an, bissige Dialoge, Verwirrung bis zum Schluss, viel zum Lachen, Slapstick und auch ein kleines bisschen Erotik ... ;-) und natürlich ein Ende, an das niemand gedacht hätte!

VBO: Die Besetzung der Schauspieler ist mitunter das Schwierigste. Wie ist es dir heuer ergangen?

Thomas:  Gott sei Dank haben wir ja einen ganzen Haufen fescher und talentierter Frauen in unserem Verein! Daher war es nicht schwierig, das Ensemble zusammen zu stellen. Obwohl, wir haben heuer auch eine Newcomerin, die das erste Mal auf der Theaterbühne steht! Ihr werdet staunen ...

Worauf legst du in deiner Inszenierung besonderen Wert?

Thomas: Teamwork, Konzentration, Textsicherheit (lernen, lernen, lernen), Ausdrucksstärke, Spaß!

Wenn du es dir aussuchen könntest, was wäre deine absolute Lieblingsproduktion?

Thomas: Oha, da gäbe es gleich einige: JEDERMANN (Hugo von Hofmannsthal), PARADISO (Lida Winiewicz), MEIN UNGEHEUER (Felix Mitterer) oder DIE GRÖNHOLM-METHODE (Jordi Galceran).

 

Danke für das Gespräch und viel Erfolg.

Oberperfer Dorfblatt - Nummer 123 Ausgabe 3, September 2018